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Nicht Koppeln sondern Schwimmen...

... in der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim hieß es unter dem Motto: Langstrecken Schwimmen  München

Ein kleines Frühstück am Morgen, lässt mich langsam aufwachen und wie es der Teufel will ist es mal wieder da, das Vorwettkampfmagengrummeln. Mir scheint der uralte Fluchtreflex vor "Gefahren" wird mich weiterhin in meinem sportlichem Leben vor Wettkämpfen verfolgen.
Vor Ort angekommen, mit noch einem großem Zeitpolster, wird sich orientiert. Startunterlagen, Check-In, Start, Streckenführung und das wichtigste die Wassertemperatur.
Vorwitzig wie ich bin gehe ich zum Wasser um den Großzehentest zu machen und rutsche mal ganz geschmeidig über den Bootszugang die betonierte Rampe bis zu den Knien ins Wasser. Mir wird netter weise ein Hand gereicht und wieder ans rettende Ufer gezogen und dabei erspechte ich das offizielle Thermometer mit der aktuellen Gradzahl. 21,7°C zeigt das Instrument an und keine 23° C und ich wanke noch immer in meinem Entschluss.
Irgendwann findet sich ein kleines Häufchen vom Verein zusammen. Man zwingt und hilft sich gemeinsam in die Pelle und es geht um 10:45 zum Check-In mit einem einschwimmen zum Start. Mein kleines schwarzes Männlein und ich sind noch immer keine besten Freunde, aber über eine Strecke von 4 Kilometer ist mir dann das Wasser doch zu kalt. 

Pünktlich um 11:00 knallt es aus der Startpistole und jeder hat genug Platz. Kein Treten und Stoßen es ist sogar richtig angenehm. Trotzdem engt mich mein Neo ein, aber das Gefühl in ihm ist schon wesentlich besser als in Ingolstadt. Bei 1000 Meter wage ich einen Blick auf die Uhr und sie zeigt mir 24:xx an und in meinem Kopf startet die Rechenmaschine. Mhhh so wird das nix mit deiner gewünschten Zeit und plötzlich werden der Moosgummianzug und ich Freunde. Ich nutzte ganz einfach seine Eigenschaften aus, mehr Beinarbeit und eine längere Gleitphase bei den Armzügen. Bei der Hälfte der Strecke ist eine kleiner Landgang mit Zwischenzeitmessung. Die Beine waren da schon wackelig, aber alles gut. Ein Schluck Wasser und wieder ab in dieses. Liegt es am Landgang oder an der verstärkten Beinarbeit, aber ich merke bei gut 2500 Meter das mir die linke Wade dicht macht. Bevor daraus ein Krampf wird muss ich das Tempo raus nehmen, mich kurz in Rückenposition begeben und über die Zehen die ich zu mir anziehe die Wade wieder aufzulockern. Leider schwimmt genau in dieser Situation ein ganzer Pulk an mir vorbei den ich im Laufe der Zeit eingesammelt hatte und ich sehe meine Wunschzeit von 1:26:30 an die Ufer schwimmen.
Nur dank meine Routine ziehe ich 1000 Meter in gleichmäßigem Tempo, mit lockeren Beinen, um auf den letzten gut 400 Metern dann doch noch einen Zielsprint hinzulegen. Ich gehe mit dem Pulk der mich überholte über das Ziel. Die Beine an Land sind wie Gummi, ich laufe wie "besoffen" und fühle mich die ersten paar Minuten etwas orientierungslos. Ich bin froh Rainer, im Renndress des Vereins, im Zielbereich zu erspechten und er begleitet mich zu unserem Lager. Die erste Frage war: welche Zeit? Ich babbelte nur was von Wunschzeit vergeigt, maximale Zielzeit unterboten. Irgendwas zwischen 1:28:45 und 1:29:30. 
Wenig später noch vor Ort rufe ich meine Zeit ab und bin doch noch zufrieden.

Zu Hause wieder angekommen, ein leichtes Essen und dann kommt der Mann mit dem Hammer. Schlagartig nach dem sich der Endorphinspiegel wieder regulierte war ich fix und fertig. Der übliche Hungerast nach dem Schwimmen stellt sich nicht ein eher eine kurzfristige Abneigung zu Essen. Ich muss mich erstmal hinlegen und döseln, schlafen, erholen. Nach 2 Stunden im Bett und einem Syntozuckerschokoriegel sind die Geister wieder da. Aber dieses 4 Kilometer Freiwasserschwimmen bei knappen 22° C Wassertemperatur, trotz Neo, war bis jetzt das "Härteste" das ich bis jetzt durchgezogen habe. 3800 Meter im Training bei angenehmen 28° C im Pool sind da gegen ein Ponyhof. Selbst der Marathon war dagegen, gefühlt, ein Spaziergang. 

1:29:21 - swim (0:43:33 - 2000 Meter-Split)
4000 Meter

Kommentare

  1. Ich habe dich unterschätzt, du Schwimm-Tier! Sehr tolle Zeit, eine wirklich hervorragende Leistung!

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